Ich muss mich mal wieder richtig ausko**en.
Wer denkt, dass Studenten bis mittags schlafen, mal hin und wieder in ne Vorlesung gehen und irgendwann nach 5 – 10 Jahren einen Abschluss machen und das harte Leben dann erst anfängt, der hat sich getäuscht. Zuallererst: ein Studium ist einem Job in Zeitaufwand mindestens gleichzusetzen. Für mein Studium wird eine Wochenstundenzahl von 42 Lernstunden vorausgesetzt.
Ich bin kurz davor, mein Studium zu schmeißen, weil es mich echt total annervt. Die Vorlesungen sind ein Gebrabbel aus Unverständlichem, was man sich mit viel Aufwand mit Hilfe von Internet und teuren Büchern selbst beibringen muss. Ich habe auch gar nicht so viel Zeit zum Schlafen, wie man immer hört. Im Gegenteil. Der Student, der bei der Masse an Stoff, der einem ständig (!) durch den Kopf geistert, überhaupt Schlaf findet, den möchte ich mal kennenlernen.
Mindestens 4 Wochen vor Prüfungen kann man sein Leben komplett aufgeben (also insgesamt mindestens vier Monate im Jahr), weil man Vorlesungen besuchen muss und täglich Stoff dazulernt, aber irgendwie auch den alten Prüfungsstoff schon in den Kopf hauen muss. Das heißt… man ist von morgens um 8 bis abends um 10 Uhr total ausgelastet, auch am Wochenende.
Apropos: in den Kopf hauen. Wer denkt, zum Studieren muss man Intelligenz besitzen, der hat sich getäuscht. Fleiß reicht. Es interessiert keine Sau, wie gut du Zusammenhänge verstanden hast und sie auf andere Bereiche transferieren kann; allein auswendig gelernte Fakten zählen. Ich habe schon die x-te Prüfung vergeigt, weil ich Fakt xy (irgendeine blöde Zahl, die in jedem Fachbuch steht) nicht auswendig gelernt habe. Und fürs Ego ist es echt super, wenn man eine 4 nach der anderen nach Hause bringt, nachdem man so viel Zeit investiert hat und mit so einem guten Gefühl in eine Prüfung gegangen ist.
Ich frage mich dann wirklich, ob damit der Zweck des Studiums erfüllt wird, nämlich einen einigermaßen pässlichen Job nach dem Studium. Welcher Arbeitgeber nimmt mich, wenn meine Abschlussnote irgendwas zwischen 3 und 4 ist, obwohl ich mir den Ar*** aufgerissen habe? Und wenn mein Abschluss “nur” ein Bachelor sein wird. Ich frage mich auch, ob ich den Job, den man mir bietet, überhaupt haben will, wenn die Bedingung dafür ist, ein Studium hinter sich zu haben, wo man 3 – 5 Jahre gelernt hat, wie man auswendig lernt.
Nur eines stimmt: Studenten sind arm. Sehr arm. Ich studiere jetzt seit einem Jahr. Seit einem Jahr nehme ich mir vor, einen 5-10 Stunden Job zu finden. Irgendwas, was ich einmal oder zweimal die Woche ein paar Stunden machen kann und vielleicht etwas, wo man mal ein bisschen nett zu mir ist, weil mein Ego hängt dank Studium ja echt ganz unten im Keller.
Wenn ich einen Job suche, finde ich ihn nur in einem Ort: Callcenter. Was ihr nicht wisst: ich studiere nur, weil ich nie wieder in einem Callcenter arbeiten möchte. Ansonsten findet man als Student nur 20 Stunden Jobs oder 400 € Jobs mit einem Studenlohn von 6,50 €, was dann wieder etwa einem 20 Stunden-Job entspräche. Das Problem… ich krieg dank super Stundenplan nur einen Tag Arbeit tagsüber unter, also ca. 8 Stunden. Und wenn das Studium allein schon 40-50 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt und ich dann doch noch mal 20 Stunden arbeite… ihr seht schon. Kein Privatleben mit Job. Und ohne Job? Naja… mit knapp 600 € leben (dank staatlicher Stütze) ist ein echter Spaß oder auch kein Spaß.
Also… wenn ihr glaubt, Studenten sind ein faules Volk, dann ändert mal eure Meinung. Und wenn ihr darüber nachdenkt, doch noch mal zu studieren, dann denkt darüber sehr gut nach. Erst recht, wenn ihr in einer Beziehung lebt, oder eine Familie habt. Das werden die härtesten Jahre eures Lebens, und die eures Partners.
Ob ich mein Studium fertig bekomme, ohne irgendwann psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, weiß ich im Moment wirklich nicht. Ich habe jetzt vier Prüfungen hinter mir, eine haben ich “geschoben”. Ich weiß im Moment nicht, ob ich die vier Prüfungen überhaupt bestanden habe. Eine Prüfung steht noch umittelbar bevor… und diese letzte werde ich mir wohl schenken, weil ich einfach nicht mehr kann. Und das wird heißen. Die Semesterferien sind fürn A****, weil mit Ferien hat das dann nichts mehr tun, wenn man auch täglich lernen muss, für die zwei Prüfungen, die man “geschoben” hat.
Apropos: ich studiere Psychologie. Was dann wohl klar machen sollte, bevor man Psychotherapeut wird und Psychos hilft, wird man erstmal selbst zum Narren gehalten.
3 users commented in " Die Wahrheit über das Studentenleben "
Follow-up comment rss or Leave a TrackbackHallo!
Ja Du hast Recht!
Egal ob Fernsehkrimi, Campusroman usw. Studenten sind nur trinkende, rumrammelnde Hedonisten, alle Studenten sind dicke Freunde und Studentenverbindungen beherrschen die Unis…..
Das Verlesungen langweilig und schlecht sind, die Klausuren hart und die Studenten in den meisten Fällen knallharte Egoisten, die sich nur gegenseitig ausnutzen wollen (meine Erfahrung) und das Geld unheimlich knapp ist, das sehen die wenigsten!
Ich hab BWL studiert, und ich bin froh, dass ich diesen Kindergarten hinter mir habe und mich wieder in der “normalen” Welt bewege!
Dennoch, es gibt häufig Momente, in denen man zurückdenkt und die Studienzeit verklärt, die zahlreichen negativen Aspekte ausgeklammet…
Danke, dass Du meinen Kommentar gelöscht hast, echt nett.
Schon schlimm, BWL-Barbaren, die immer allen die Jobs wegnehmen, die dürfen keinen noch so netten Kommentar reinschreiben, oder wie darf ich das verstehen?
Nein, hier werden keine Kommentare gelöscht. Deine Kommentare waren nur in der Warteschlange “gefangen”. Tut mir leid, dass die Kommentare nicht “schnell” freigeschaltet wurden.
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